report:
Crowdfunding
Die Community zahlt
Artikel aus Internet Professionell Ausgabe 5/2008
Author:
Achim Wagenknecht
Zahlreiche Projekte im Web sammeln bei ihren Nutzern Spenden, um etwa die Produktion von CDs zu finanzieren oder die Entwicklung von Software. Mal funktioniert das gut, und mal weniger gut.
Finanzierung aus dem Web
Immer wieder machen Internet-Aktionen von sich reden, bei denen Kundenwünsche gebündelt und in Produkte umgesetzt werden. Zuletzt sammelten engagierte Schleckermäuler in mehreren Petitionen an Langnese insgesamt über 20 000 Unterschriften. Sie wollten die Eissorte Nogger Choc wieder haben. Die Langnese-Manager waren begeistert und folgten dem Kundenwunsch.
Analysieren wir den Vorgang mal: 20 000 Leute geben die Zusage: »Wenn Ihr dieses Produkt herausbringt, bin ich bereit, es für einen Euro zu kaufen - wahrscheinlich sogar mehrmals.« Der Anbieter bringt das Produkt, kassiert das Geld, alle sind glücklich.
Leider sind das meist Einzel-Aktionen. Aber wäre es nicht ein treffliches Geschäftsmodell, eine Plattform für solche Aktionen zu schaffen? Es gibt solche Plattformen. Die erfolgreichste ist ein Unternehmen, das man Plattenfirma nennen könnte, wenn es denn noch Platten gäbe. Auf sellaband.com kann sich jeder um einen Plattenvertrag bewerben. Nachdem man sich mit seiner Band registriert hat, rührt man die Werbetrommel, um 50 000 Euro für die Produktion einer CD zusammenzubekommen. Findet man 5000 Fans, die je zehn Dollar zu zahlen bereit sind, kommt der Vertrag zustande. 18 CDs wurden so schon finanziert. Das Prinzip nennt sich Crowdfunding, und Sellaband beweist, dass es funktionieren kann.
Hier funktioniert Crowdfunding: Sellaband hat schon 18 Musik-CDs finanziert. ((Ins Bild klicken für größere Ansicht.))
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