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Know-How: Tag-Clouds aus Design- und Usability-Sicht
Schriftgröße und Farben

Aus technischer Sicht ist eine Tag-Cloud verhältnismäßig schnell eingesetzt. Wie aber sieht es aus gestalterischer Sicht aus? Die Gewichtung der Begriffe in einer Tag-Cloud sollte sich natürlich optisch wiederfinden. Der übliche Ansatz sind unterschiedliche Schriftgrößen. Das allein führt allerdings gern zu einer Textwüste, die für den Nutzer kaum noch zu erfassen ist. Modernere Ansätze verwenden zusätzlich noch Farben, um die verschieden gewichteten Begriffe zu unterscheiden. Hier ist die Frage, wie viel Gewichtung man gerne hätte. Zu viel Farbe kann natürlich auch verwirren oder zumindest eine Legende erfordern. Besser ist es da natürlich, wenn die Optik komplett selbsterklärend ist. Werden die weniger häufigen Tags nicht nur kleiner sondern auch noch in hellerem Grau hinterlegt, klickt sicherlich niemand mehr darauf. Das heißt also, je stärker die Gewichtung, desto betonter wird das sowieso schon Betonte.

Eine wichtige Kritik aus Usability-Sicht an Tag-Clouds betrifft das unreflektierte Aufführen von Begriffen. Da steht George neben NATO und Laden wird von bin getrennt. Gerade Letzteres verschleiert natürlich im Deutschen den Kontext. Steht Laden nun für ein Geschäft oder doch für den Terroristen? Hier helfen die Beziehungen zwischen den einzelnen Suchbegriffen. Bei Google News Cloud unter wird das für Google News durch Hervorhebungen beim Rollover gemacht. Der Leser erkennt dann an weißer Schrift auf rotem Hintergrund, was zusammengehört. Klickt er auf einen Suchbegriff, erhält er die zugehörigen Links.

Die nächste Usability-Frage betrifft die Anordnung der einzelnen Tags. In der Praxis finden sich hier meist drei Sortiervarianten: nach Wichtigkeit, nach Vorkommen beziehungsweise Zufall oder alphabetisch. Optisch hat das große Auswirkungen. Die typische Tag-Cloud-Optik ist eher eine wilde Wolke mit Begriffen, während vor allem die Sortierung nach Wichtigkeit weniger an eine Wolke, sondern eher an einen schmaler werdenden Wurm oder einen Sehtest beim Augenarzt erinnert.

Sicherheit

Tag-Clouds sind ein Produkt des Taggings, des Zuweisens von Begriffen zu Links beziehungsweise Inhalten. Das kann automatisiert aus Blog-Inhalten oder Suchergebnissen erfolgen, kann aber auch den Nutzern überlassen werden. Sobald der Nutzer ins Spiel kommt, beginnt es in Sachen Sicherheit problematisch zu werden. Ein Beispiel: Der Nutzer soll Bilder in einer Bildergalerie mit Tags versehen. Wenn Sie zehn Nutzer an diese Aufgabe setzen und zehn verschiedene Bilder verschlagworten lassen, haben Sie garantiert zehn verschiedene Resultate. Und ob nun vom böswilligen Nutzer beabsichtigt oder vom unbedarften zufällig erzeugt: Unter den Tags werden schlechte Tags und problematische Begriffe sein. Das fängt bei der Rechtschreibung an und hört bei Schimpfwörtern noch lange nicht auf.

Die Qualität der vom Nutzer generierten Tags lässt sich nur sehr schwer verbessern. Review-Verfahren sind umständlich, und schwarze Listen mit unerwünschten Begriffen scheitern an absichtlichen Rechtschreibfehlern und tausenden Variationsmöglichkeiten. Große Sites wie Flickr oder Del.icio.us haben es hier ein wenig leichter, da die kritische Masse an Nutzern zumindest teilweise zur Steuerung der erfolgreichen Begriffe beiträgt. Auf kleineren Portalen kann eine von Nutzern gesteuerte Tag-Cloud aber zum Albtraum werden.

Bei aller Kritik am nutzergesteuerten Tagging gibt es natürlich auch Positives zu vermelden. Zwar wird ein solches Tagging-Verfahren nicht die Qualität eines Thesaurus erhalten, sie kann aber gerade durch ungewöhnliche Begriffe eine neue Suchqualität liefern. Wer aufgeschlossen sucht, findet in Tag-Clouds Begriffe, an die er vielleicht noch nicht gedacht hat.



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Kapitel:
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